Geschichte - Hekage

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Am 8. Juli 1953 fing alles an

„Die Goldene Sechs“ eine einmalige Herner Theater- und Variete-Gruppe, die auch die ersten Kostüme und Requisiten lieferte, der damals bekannte Imitator Fred Meschkat und die Gesangsparodisten „Drei Sterne von Herne“, waren die ersten Mitglieder der am 8. Juli 1953 gegründeten 1. Herner Karnevalsgesellschaft „Grün-Weiß-Rot“, als dessen erster Präsident (im doppelten Sinne) André Stevens fungierte. Der historische Ort war das katholische Vereinshaus an der Düngelstraße. Vielen Althernern dürfte auch der Name Lisa Baum noch in guter Erinnerung sein.

Nur zehn Tage später, am 18. Juli präsentierte die neue Gesellschaft schon den Herner Bürgern bei einem „Bunten Abend“ im Kasino „Friedrichseck“ und pünktlich zum 11.11. konnte eine damals noch kleine Schar von geladenen Gäste das erste, schon über zwei Stunden dauernde Programm erleben.

Stetig wachsende Mitgliederzahlen bezeugen, dass die Herner Bürger trotz schlimmer vergangener Jahre das Lachen nicht verlernt hatten und so folgten tolle Prunksitzungen im alten Kolpinghaus und viele weitere Auftritte der Aktiven.

1955 wurde die erste „Funkengarde“ (heute Prinzengarde) gegründet und der erste närrische Sturm auf das Rathaus fand 1957 statt.

1960 wurde aus der „Gesellschaft“ ein eingetragener Verein. Die Jahre 1953 bis 1961 waren für den „jungen“ Verein recht erfolgreich. Zu den großen Sitzungen fanden sich regelmäßig ca. 300-400 gutgelaunte Zuschauer ein. Einen Höhepunkt bildete 1961 der Fund des alten kur-fürstlichen Dekretes, aus dem oben zitiert wurde. Mit viel TamTam und Täterä wurde das scheußliche Schriftstück, nachdem ein Herold in historischem Kostüm es verlesen hatte, unter den Augen von ca. 150 uniformierten Karnevalisten und zahlreichen Zuschauern im Schlosshof zu Strünkede auf einem Scheiterhaufen verbrannt.

Leider wurde diese Zeremonie nicht wie geplant beibehalten. Danach wurde es etwas still um die HeKaGe. Erst 1963/64 aktivierte Helmut Bürhaus die Mitglieder wieder zu neuen „Närrischen“ Taten, doch so richtig konnte man an „alte Zeiten“ noch nicht anknüpfen. Die Mitgliederzahlen schrumpften und man dachte sogar daran, statt Kamelle das Handtuch zu schmeißen. Ein Verein, dem es Freude macht anderen Menschen Freude zu bereiten, lebt nun mal vom Engagement seiner Mitglieder.

Doch glücklicherweise gab (und gibt es) immer wieder begeisterte „Narren“, die durch Tatkraft und persönlichen Einsatz das Narrenschiff nicht untergehen lassen.

Und so wurde 1975 das erste Herner Prinzenpaar, Walter I. und Hannelore I. proklamiert und auch die Tradition der stürmischen Rathauseinnahme wurde wieder aufgenommen.

Unter der Präsidentschaft von Günter Kroll wurden die Prunksitzungen immer prunkvoller, neue aktive Mitglieder wurden aufgenommen und der Verein machte sich auf, eine Herner „Institution“ zu werden.

Prächtige Veranstaltungen brauchen einen würdigen Rahmen und so wurde 1977 erstmalig die große Prunksitzung ins Herner Kulturzentrum verlegt. Jedes Jahr fanden sich dort am Karnevalssamstag hunderte von Narren ein (und es werden immer mehr), um ein immer aufwendigeres Programm zu erleben und bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen zu feiern und zu tanzen.

Am darauf folgenden Sonntag ruft das Stadt-Kinderprinzenpaar im Kulturzentrum den über hundert toll kostümierten Kindern ein begeistertes „Helau“ zu und der Saal scheint vom Kreischen, Quietschen und Lachen der fröhlichen Kinderschar zu bersten.

Seit 1982 ist der Verein im Vereinslokal „Haus Möller“ an der Vödestraße beheimatet, welches es heute leider nicht mehr gibt. Dort wurde für die zahlreichen Auftritte trainiert und geschwitzt und dort traten die Karnevalisten auch für andere Vereine auf, denen die Gaststätte Treffpunkt ist.

Die feierliche Prinzenproklamation sowie die lustig-traurige Abschlussveranstaltung der Session, die „Bacchus-Beerdigung“ fanden ebenfalls dort statt.

Mit der Präsidentschaftsübernahme von Klaus Mahne wurde eine neue Ära in der Vereinsgeschichte eingeläutet. Mit steigender Mitgliederzahl stieg auch die Zahl der Aktiven und durch gezielte Nachwuchsförderung konnte das Programm erweitert und qualitativ auf ein hohes Niveau gebracht werden. Auch außerhalb der Session wurden die Karnevalisten für viele Veranstaltungen engagiert, um ihr Können zu zeigen und Frohsinn zu verbreiten.

Dies beweist, dass das landläufige Vorurteil Karnevalisten können nur zur Karnevalszeit lustig sein, falsch ist.

Ein weiterer Höhepunkt fand ohne Zweifel 1988 statt. In diesem Jahr wurde zum ersten Mal in Herne ein Rosenmontagszug veranstaltet und der Straßenkarneval gefeiert. Der Beginn war mit einem Wagen und relativ wenigen „zivilen“ Jecken noch bescheiden. Doch wer 1992 am „Zug“ teilgenommen hatte (falls er noch in der proppenvollen Innenstadt einen Platz zum Schunkeln erwischen konnte), fragte sich eigentlich nur, wann denn nun endlich ARD oder ZDF von Köln, Mainz oder Düsseldorf einige Kameras abziehen und in Herne aufstellen würden. Verdient hätten es die Herner Karnevalisten allemal!

Der Rosenmontagsumzug wurde immer schöner und größer und ist ein Feiertag aller Herner Karnevalisten geworden. Um die Rosenmontagswagen noch schöner und festlicher gestalten zu können hat die HeKaGe 1993 eine Wagenbauhalle angemietet. Auch der Straßenkarneval wurde größer und ist eine feste Einrichtung im Herner Karneval. 1998 veranstaltete die HeKaGe im Kulturzentrum die 1. Herrensitzung, 1999 folgte auf drängen der HeKaGe Damen die 1. Damensitzung im Haus Möller-Nobbe. Da jedoch die Nachfrage für die Damensitzung sehr groß war wurde auch diese Sitzung im Jahr 2000 ins Kulturzentrum verlegt.

Mittlerweile veranstaltet die HeKaGe fünf Großveranstaltungen im Herner Kulturzentrum. Im Jahr 2003 feiert die HeKaGe unter den Motto „50 Jahre und kein bisschen Leise – mit der HeKaGe auf närrischer Reise“ ihr Jubiläum.

Und so gab es von Jahr zu Jahr immer mehr Veranstaltungen. Auch zahlreiche bekannte Namen konnten durch die HeKaGe verpflichtet werden, genannt seien da u.a. Bernd Stelter, Guido Canz, Bruce Kapusta, Brings, Höhner und viele aus den Karnevalshochburgen bekannte Showtanz- und Gardeformationen.

Aber auch die eigenen Programmpunkte mit der Kücken-, Mini- und Prinzengarde der HeKaGe, sowie den Wonneproppen und dem Männerballett, um nur einiges zu nennen, werden immer wieder begeistert vom Publikum und den Mitgliedern angenommen.

Da kann man nur sagen:

„Vorhang auf und Bühne frei für die HeKaGe“
©2018 HeKaGe
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